So, eine kleine Delegation aus .at ist mit Zug nach Budapest angereist. Aus dem einfachen Grund, dass von uns keiner ernsthaft glaubte, eins unserer Alltagsautos würden diesen Trip so einfach überstehen...
Aber alles der Reihe nach.
Mich weckte dieser verdammte Klingelton meines primitiven Nokiahandys (Ausführung: Vorkriegsmodell). Ihr wisst schon, so ein Klingelton der Ära 3210.
Am anderen Handy der Leitung war der Gery und meinte aufgeregt es tut ihm leid, er habe verschlafen und er würde erst in rund 20 Minuten bei mir sein um mich abzuholen.
Ich machte meinen Unmut darüber laut bekannt und eilte nach dem Telefongespräch eilig ins Bad und machte mich fertig.
Als mich endlich der Kollege mit seiner Alltagsrodl abholte, musste der wiederum natürlich noch auf die Tanke, Sprudel fürs Auto besorgen.
Mir kams natürlich recht, hatte ich weder einen Kaffee heute noch hatte ich Tschik. Natürlich ließ ich mir das nicht anmerken und gab abermals meinem Unmut bezüglich der schon herrschenden Zeitnot bekannt.
Unsere planmäßige Zugverbindung fuhr exakt um 07:05 überpünktlich aus Wien Meidling ab. Wir erreichten Wien Meidling um 07:08.
Also checkten wir am Schalter noch die Karten für die Oebb und erkundigten uns sogleich bezüglich den Rückfahr-fahrscheinen und wann der nächste Zug nach Budapest Kerekli (so oder so ähnlich, keine Ahnung bis jetzt wie das heißt).
Uns wurde entgegnet das diese in Budapest natürlich billiger zu besorgen sein und das der nächste Zug in ner Stunde vom WESTBAHNHOF ins ungarische Kronland abfährt.
Was tun? Wir waren am Meidling und sollten am Westbahnhof.
Ich schaltete meinen Denkbereich in den Navimodus um und überlegte eifrig wie man gottverdammt von Meidling zum Westbahnhof per AUTO gelangte.
Gott sei Dank fiel meinem Reisebegleiter noch ein, dass es in Wien auch so etwas wie ne U-Bahn gebe. Nach dem kurzen Blick auf den Plan war man auch sichtlich erleichtert, dass es mit der U6 nur ein paar Stationen waren.
Überpünktlich am Westbahnhof angekommen hat mich fast der Schlag getroffen. Der Zug hat 30 min Verspätung. Verdammt, eh schon spät dran und dann das-> scheiß oebb.
Wir versüßten unsere Wartezeit damit, indem wir uns gegenseitig in Schließfächer einzusperren versuchten. Aber als wir dann die Kameras bemerkten, haben wir dieses Unterfangen dann eh wieder abgebrochen.
Nach endlosen warten (es waren rund 45 Minuten!!!) fuhr der Zug auch los. Und was das aber für ein Zug war. Ungarische Waggons, schätzungsweise aus der Kriegszeit. Hatte ich doch, als Reiseleiter, im Vorfeld (also gestern spätabends) nen Superzug rausgesucht. Nen Hochgeschwindigkeitszug (wie er von der oebb geprießen wird), den RAILJET.
Aber nein, durch Gerys Verspätung, saßen wir allein im nen abgefuckten, russischen Zugabteil, wahrscheinlich gefertigt noch innerhalb des kommunistischem Regimes.
Wisst ihr wie zach es ist zweieinhalb stunden mit einem gottverdammten Psychophaten im Abteil förmlich eingesperrt zu sein?
Also dachten wir, dem Gerhard wirds da unten nach ner Weile sicher faad werden und so überarbeiteten wir auch die Zugzeitschrift "Eurocity" grundlegend. Er würde sich ja sicher darüber freuen.
So kamen wir nach ner Zeit auch wirklich in Budapest an (hätt ich mir im Vorfeld irgendwie auch nicht gedacht). Wir ließen uns je 50euronen umwechseln und checkten uns die Fahrkarten für die Rückfahrt.
Um lächerliche 50% waren die teurer als bei uns!!! und ich kam in akute Geldnot, denn mit sowas hab ich nicht gerechnet. Gery musste aushelfen, dass ich überhaupt die Messe besuchen konnte. Leibliches Wohl nicht ausgenommen.
Nach ein paar Auffassungsunterschieden im Bezug Preis/Leistungsverhältniss mit nem Taxler gings per hießigen METRO und BUS ins Messezentrum Budapest.
Eine Schlange vor den Kassenhäuschen, hunderte Meter lang, erblickte wir. Natürlich drängten wir uns rotzfrech nach ganz vorne.
Mit der Messe waren wir schnell durch, wie üblich, aber wirklich schöne Fahrzeuge dort am Start.
Gerhard nahm unser Gastgeschenk (Eurocity Sonderedition 1) wohl aus Schutz für seinen Kleinen nicht an, aber wir werdens beim nächsten TT-Treffen in Wien wieder mitnehmen und daraus auch laut vorlesen.
Nach ein paar Schererein mit U-Bahn-Securitys gings auch ohne Troubles wieder ins schöne Österreich.
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